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Kurzdarmsyndrom

SBS_deHintergrund

Das Kurzdarmsyndrom ist eine seltene und lebensbedrohliche Erkrankung des menschlichen Verdauungsapparats, bei der die Betroffenen nicht genug Nährstoffe und Flüssigkeiten über den Darm aufnehmen können.

Ursachen

Das Kurzdarmsyndrom tritt in der Regel auf, wenn ein großer Teil des Darms (v.a. des Dünndarms) nach einer Krankheit oder einem Unfall operativ entfernt wurde. In seltenen Fällen ist es angeboren. Die operative Entfernung eines Teils des Darms kann beispielsweise notwendig sein bei entzündlichen akuten Gefäßverschluss des Darms (Mesenterialinfarkt), bei Krebserkrankungen des Dünndarms und bei einer chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn). Der Funktionsverlust des Dünndarms ist eine weniger häufige Form, bei der Betroffene ebenfalls nur schlecht oder gar nicht Nährstoffe und Flüssigkeiten in den Körper aufnehmen können.

Typische Symptome

Patienten, die am Kurzdarmsyndrom (KDS) leiden, sind infolge des Funktionsverlustes des Darms häufig darauf angewiesen, sich unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes zu ernähren – mit Hilfe von Nährstoffinfusionen (parenterale Ernährung (PE)). Damit ist es möglich, dass sich Patienten trotz eingeschränkter Aufnahmefähigkeit des Restdarms ausreichend Nährstoffe und Flüssigkeiten zuführen. Diese lebenswichtige Therapie ist jedoch häufig mit potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen verbunden, zumal wenn sie – was beim KDS mit chronischem Kurzdarmversagen die Regel ist – über längere Zeiträume durchgeführt werden muss. Zusätzlich leiden die Patienten unter psychosozialen Folgen, beispielsweise durch verminderte Schlafqualität, Diarrhöen und mangelnde soziale Kontakte, da sie die eigenen vier Wände aufgrund ihrer Krankheit zum Teil nur selten beziehungsweise mit großem Aufwand verlassen können. 

Diagnose

Die Diagnose beim Kurzdarmsyndrom ergibt sich über die Ergebnisse der Operation des Magen-Darm-Traktes und der darauffolgenden Ausprägung einer möglichen eingeschränkten Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen und Flüssigkeiten über den Darm.

Behandlung

Der Krankheitsverlauf nach einer Operation lässt sich in drei Phasen unterteilen: die Hypersekretionsphase, die Adaptionsphase und die Stabilisierungsphase. Jede dieser drei Phasen erfordert eine unterschiedliche Ernährungsstrategie. In der durch wässrige Durchfälle mit erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten charakterisierten Hypersekretionsphase ist es ratsam, unmittelbar nach einer Operation beziehungsweise nach Stabilisierung des Magen-Darm-Traktes mit der parenteralen Flüssigkeits- und Ernährungssubstitution zu beginnen – und zwar immer dann, wenn ein Darmversagen zu erwarten ist . 

Die Adaptionsphase verläuft individuell sehr unterschiedlich und ist von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem vom Aufbau und der Struktur des Darmtraktes nach der Operation. Die Adaptionsphase kann bis zu zwei Jahre, in seltenen Fällen auch länger andauern. Der Adaptionserfolg, der erzielt worden ist, wenn die stabile Phase erreicht worden ist, bestimmt langfristig Ernährungsoptionen des einzelnen KDS-Patienten. Patienten, die zu diesem Zeitpunkt zumindest partielle oder Vollständige normale Ernährung über den Magen-Darm-Trakt erreicht haben, bleiben in der Regel dauerhaft abhängig von der parenteralen Ernährung (PE).

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