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Chronische Verstopfung

Chronic constipation_deHintergrund

Die chronische Verstopfung ist eine weit verbreitete und häufig stark beeinträchtigende gesundheitliche Störung. Wenn sie nicht behandelt wird, kann sie wegen ihrer Vielzahl von Symptomen und ihrer langfristigen Beständigkeit eine erhebliche Auswirkung auf die Lebensqualität der Betroffenen haben.

Definition
Es gibt keine allgemein anerkannte Definition der chronischen Verstopfung. Ärzte definieren die chronische Verstopfung häufig aufgrund der Frequenz des Stuhlgangs, während Patienten die Störung als Vielzahl von Symptomen (multiple Symptome) definieren. Dazu gehören seltener Stuhlgang, harter oder klumpiger Stuhl, übermäßig starke Anspannungen, Blähungen, ein Gefühl der unvollständigen Entleerung sowie abdominale Beschwerden.

Prävalenz
Die chronische Verstopfung ist eine weit verbreitete Störung, welche überwiegend aber nicht ausschließlich Frauen betrifft. Nach Schätzungen leiden durchschnittlich 17 Prozent der Bevölkerung in Europa an der Krankheit.

Ursachen

Chronische Verstopfung kann viele Ursachen haben. Dazu gehören Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, aber auch Krankheiten und Medikamente. Oft findet sich aber auch ohne einschlägige Diagnostik kein erkennbarer Grund.
Großen Einfluss auf den Transport der Nahrung durch den Darm hat auf jeden Fall die Wahl der Nahrungsmittel, aber auch regelmäßige Bewegung ist wichtig, damit der Darm in Schwung bleibt und es mit dem Stuhlgang gut klappt. Es kann aber auch ganz andere Gründe geben, wenn die Stuhlentleerung Probleme bereitet. Zum Beispiel gibt es Medikamente, die für die Dauer der Einnahme als Nebenwirkung eine Obstipation hervorrufen können, etwa Medikamente gegen psychische Leiden, harntreibende Mittel, Arzneimittel gegen Parkinson oder Bluthochdruck. Oder die chronische Verstopfung steht im direkten Zusammenhang mit einer Erkrankung, zum Beispiel des Nervensystems.
Tatsächlich sind Krankheiten, ungünstige Ernährung und Bewegungsarmut aber nur in den seltensten Fällen der alleinige Grund für eine chronische Obstipation. Weitaus häufiger besteht eine so genannte funktionelle Obstipation – eine Verstopfung ohne erkennbaren Grund, die vielmehr durch verzögerten Stuhltransport durch den gesamten Darm ausgelöst wird.

Typische Symptome

Eine chronische Verstopfung lässt sich nicht allein an der verminderten Anzahl der Stuhlgänge pro Woche definieren, sondern lässt sich vor allem an den Symptomen der Betroffenen festmachen.

Zu den Symptomen gehören:

  • Abdominelle Symptome, wie Blähungen, Unbehagen, Schmerzen und Krämpfe

  • Stuhlbezogene Symptome, wie unvollständige Entleerung, Fehlalarm und Pressen

  • Rektale Symptome, wie Schmerzen beim Stuhlgang, Brennen, Blutungen und Risse

Auswirkung der chronischen Verstopfung

Die Symptome der chronischen Obstipation können die Betroffenen schwer belasten und beinträchtigen diese erheblich in ihrer Lebensqualität.

Darüber hinaus hat die chronische Verstopfung durch Arbeitsausfall eine gesellschaftliche Dimension. Die Vielzahl von Symptomen der Störung und ihre Komplikationen bedeuten, dass Menschen mit chronischer Verstopfung über ein hohes Maß an verringerter Arbeitsproduktivität sowie der Beeinträchtigung ihrer Aktivität einschließlich Arbeitsausfälle berichten.

In sehr schweren Fällen kann die chronische Verstopfung zu sehr störenden und potenziell lebensbedrohenden Komplikationen führen, beispielsweise Kotstau, die Verdrehung von Darmabschnitten, kothaltige Geschwüre oder Darmdurchbruch.

Diagnose

Die Diagnose Chronische Verstopfung treffen die meisten Patienten selbst anhand der Verminderung der Stuhlgänge und der einsetzenden Symptome wie Blähungen, Unbehagen und dem Gefühl der unvollständigen Entleerung. Wird ein Arzt konsultiert schließt sich an das Anamnesegespräch eine körperliche Untersuchung. Zur körperlichen Untersuchung gehört bei Verstopfung immer die Austastung des Enddarms mit dem Finger, dazu oft eine Laboranalyse sowie eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane. Gegebenenfalls wird auch eine endoskopische Untersuchung zum Ausschluss einer Verengung des Darmlumens angeordnet.

Wurde die Ursache der Chronischen Obstipation dadurch noch nicht eindeutig erkannt, werden oft zur Unterscheidung zwischen einer SlowTransitObstipation, einer Verstopfung mit normalem Transit und einer anorektalen Störung sogenannte funktionsdiagnostische Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören u.a.

  • Messung der Kolontransitzeit. Diese Bestimmung erfolgt mithilfe von besonderen Kapseln, die an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen jeweils morgens nach dem Frühstück eingenommen werden. Die Kapseln enthalten Marker, die sich im gesamten Dünn-und Dickdarm verteilen und danach auf einem Röntgenbild nachgewiesen werden können. Diese Untersuchung wird auch als Hinton-Test bezeichnet.

  • Proktoskopische Untersuchung. Dabei wird der Analkanal mit einem starren, kurzen Rohr mit einer seitlichen Öffnung untersucht. Dabei lassen sich Erkrankungen im After-‐und Enddarmbereich nachweisen.

  • Magnetresonanz -Defäkografie. Bei der MR-Defäkografie wird der Vorgang der Darmentleerung unter Verwendung eines Kontrastmittels in Magnetresonanzbildern festgehalten und dann mithilfe eines Computers analysiert.

Behandlung

Behandlungsoptionen, Lebensstil, Ernährungsoptionen und Abführmittel
Die traditionellen Behandlungsoptionen chronischer Verstopfung umfassen im Wesentlichen eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebensstils, ergänzt durch Abführmittel. Manche Patienten mit chronischer Verstopfung profitieren erfolgreich von einer Änderung ihres Lebensstils, ihrer Ernährungsgewohnheiten und einer erhöhten Aufnahme von Flüssigkeit und ballaststoffreicher Kost. Dies sollte in der Regel zuerst versucht werden.
Die meisten Abführmittel sind im Handel frei erhältlich und werden im Allgemeinen nach ihrer Wirkweise als Ballaststoffe, stimulierende Abführmittel, Stuhlweichmacher und osmotische Abführmittel kategorisiert.
Obwohl Abführmittel Symptome der chronischen Verstopfung (z. B. Stuhlfrequenz) bei Patienten lindern können, bieten diese traditionellen Behandlungsoptionen nicht immer eine befriedigende Verbesserung der quälenden Symptome.Dies erklärt möglicherweise, warum in einer in den USA durchgeführten Untersuchung 47 % der Patienten, die im vorausgegangenen Jahr mindestens zwei Symptome der Verstopfung (gemäß Definition durch die Rom III-Kriterien) erlebten, berichteten, dass sie mit der Behandlung ihres Zustandes nicht vollständig zufrieden waren.

Andere Therapieansätze

Für Patienten, bei denen durch traditionelle Behandlungsmethoden eine Linderung der Symptome der chronischen Verstopfung nicht erreicht wurde, stehen andere Therapien und Heilverfahren zur Verfügung. So zum Beispiel Arzneimittel, die auf die Rezeptoren im Darm einwirken und auf diese Weise die Motilität des Darms stimulieren können.  Zu den alternativen Behandlungsansätzen gehören ebenfalls das Biofeedback, die darmbezogene Hypnotherapie, transanale Ausspülung, der Einsatz von Probiotika sowie chirurgische Maßnahmen.

 

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